Was wirklich auf eine Handwerker-Website gehört
Ein Handwerksbetrieb ohne Website existiert für viele Kunden schlicht nicht.
Und eine Website, die unklar oder überladen ist, sorgt dafür, dass Besucher weiterziehen, bevor sie verstehen, was du anbietest.
Die entscheidende Frage lautet also nicht: Brauche ich eine Website?
Sondern: Was muss wirklich drauf – und was kann weg?
Eine funktionierende Handwerker-Website braucht keine zehn Unterseiten. Sie braucht wenige Seiten mit klarer Aufgabe.
Eine gute Handwerker-Website besteht nicht aus möglichst vielen Inhalten, sondern aus klar strukturierten Seiten, die Orientierung geben, Vertrauen aufbauen und den Kontakt leicht machen.
Typischer Kern:
- eine klare Startseite (Homepage)
- verständlich erklärte Leistungen
- sichtbare Referenzen
- eine greifbare „Über uns“-Seite
- ein unkomplizierter Kontakt
- rechtliche Pflichtseiten
Mehr ist Bonus. Nicht Basis.
1. Startseite: Orientierung in Sekunden
Die Startseite, also deine Homepage, entscheidet nicht über Details. Sie entscheidet darüber, ob jemand dir eine Chance gibt.
Ganz oben braucht es eine klare Aussage:
Wer bist du?
Was machst du?
Wo arbeitest du?
Beispiel: Malermeister Schulz – Renovierungen und Fassadenarbeiten im Raum Bremen.
Keine Floskel. Keine Worthülse. Nur Einordnung.
Dazu:
- deine wichtigsten Leistungen in kurzer Form
- ein sichtbarer Kontakt
- ein echtes Foto
Die Startseite ist kein Prospekt. Sie ist ein Filter.
2. Leistungen: Klar statt vollständig
Die Leistungsseite beantwortet eine einfache Frage: Passt dieser Betrieb zu meinem Problem?
Hier geht es nicht um Fachbeweise. Sondern um Verständlichkeit.
Ein Beispiel aus dem Alltag:
Statt: „Planung und Umsetzung elektrotechnischer Anlagen gemäß DIN-Vorgaben“
Besser: „Komplette Elektroinstallation im Neubau oder Modernisierung im Bestand – von der Verteilung bis zur letzten Steckdose.“
Das zeigt Kompetenz – ohne Fach-Show.
Wichtig:
- nicht jede Kleinigkeit auflisten
- Schwerpunkte setzen
- typische Situationen ansprechen
Sonst entsteht Leistungs-Wildwuchs. Und der kostet Vertrauen. Und der verwirrt mehr, als er hilft.
3. Referenzen: Beweise statt Behauptungen
Handwerk lebt von Ergebnissen. Drei bis sechs saubere Projekte reichen.
Mit:
- guten Fotos
- kurzer Beschreibung
- optional einem Kundenzitat
Beispiel:
Bad im Altbau komplett saniert, inklusive Leitungen, Fliesen und bodengleicher Dusche.
Mehr braucht es nicht. Bilder sagen hier mehr als jede Selbstbeschreibung.
4. Über uns: Vertrauen schlägt Marketing
Diese Seite wird häufiger besucht, als viele denken!
Kunden wollen wissen, wer in ihre Wohnung kommt.
Was reicht:
- seit wann es den Betrieb gibt
- Spezialisierung
- ein echtes Foto
- ein, zwei klare Aussagen zur Arbeitsweise
Nicht:
- Lebenslauf
- Floskeln
- Heldengeschichten
Ein Satz wie:
Wir arbeiten sauber, termintreu und sprechen Probleme offen an.
Wirkt stärker als jede „Qualität ist unser Anspruch“-Phrase.
5. Kontakt: Hier entscheidet sich alles
Hier entscheidet sich alles.
Die Kontaktseite muss:
- Telefonnummer sichtbar machen
- E-Mail anbieten
- klar zeigen, in welchem Gebiet du arbeitest
Mehr braucht es nicht.
Kein Formular mit 17 Pflichtfeldern.
Kein Rätselspiel.
Kein Verstecken.
Je einfacher der Kontakt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er genutzt wird. Gerade mobil entscheidet sich hier, ob aus einem Besucher eine Anfrage wird.
6. Impressum & Datenschutz: Pflicht, nicht Diskussion
Nicht sexy. Aber notwendig.
Diese Seiten gehören sichtbar in den Footer. Ohne sie wirkt eine Website nicht professionell.
Fazit
Eine funktionierende Website für einen Handwerksbetrieb braucht keine Spielereien. Sie braucht Struktur. Wenn jede Seite eine klare Aufgabe erfüllt, entsteht Orientierung. Wenn echte Projekte sichtbar sind, entsteht Vertrauen. Wenn der Kontakt leicht ist, entstehen Anfragen.
Alles andere ist Zusatz – nicht Grundlage.
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